Plastische und Ästhetische Chirurgie
Beim brasilianischen Po-Lift entscheidet eine einzige technische Frage über das zentrale Risiko: in welche Gewebeschicht das Fett eingebracht wird. Diese Seite erklärt die drei Schritte des Eigenfetttransfers, die Empfehlungen der Fachgesellschaften zur Injektionsebene und die Fragen, die Sie vor einer Zusage stellen sollten.
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Zugelassene Partnerkliniken
Behandelt wird ausschließlich in Kliniken, die das türkische Gesundheitsministerium zugelassen hat.
Fachärzte der Partnerkliniken
Der Eingriff wird von Fachärztinnen und Fachärzten der Partnerkliniken durchgeführt, die dafür eine eigene Facharztbezeichnung führen.
Koordination von der Anfrage bis zur Rückreise
Termine, Übersetzung, Transfer und Unterlagen laufen über eine feste Ansprechperson.
Kommunikation auf Deutsch
Die Kommunikation erfolgt auf Deutsch; Ihre Gesundheitsdaten verarbeiten wir nach der DSGVO. Einzelheiten zur Übermittlung in die Türkei finden Sie im Datenschutzhinweis weiter unten.
Inhaltsverzeichnis — 26 Abschnitte
2BBL oder Po-Straffung?
3Voraussetzungen
4Die drei Schritte
5Sicherheit und Injektionsebene
6Fünf Fragen zur Technik
7Warnzeichen nach dem Eingriff
8Ablauf
9Narkose
10Fettresorption
11Heilungsverlauf
12Sitzen und Nachsorge
13Risiken
14Eigenfett oder Implantate?
15Wann der Eingriff nicht infrage kommt
16Interaktives Werkzeug
17Anatomische Grundlagen
18Häufige Irrtümer
19Fachbegriffe
20In der Türkei
21Kostenübernahme
22Was den Aufwand bestimmt
23Fragen an die Ärztin oder den Arzt
24Häufige Fragen
25Warum Clinic Mono?
26Quellen
- ✓Der Brazilian Butt Lift ist kein Lifting. Er strafft keine Haut, sondern überträgt körpereigenes Fettgewebe an das Gesäß.
- ✓Die Fachgesellschaften empfehlen, das Fett ausschließlich subkutan einzubringen — nicht in den Gesäßmuskel und nicht darunter.
- ✓Ein Teil des übertragenen Fettes wird vom Körper abgebaut. Das bleibende Volumen ist kleiner als das eingebrachte.
- ✓Sitzen ist in den ersten Wochen nur nach ärztlicher Vorgabe erlaubt. Das betrifft auch den Rückflug.
- ✓Ein rein ästhetischer Eingriff wird von der gesetzlichen Krankenversicherung nicht getragen.
Kurz beantwortet
Der Brazilian Butt Lift heißt im Deutschen Gesäßaugmentation mit Eigenfett oder brasilianischer Po-Lift. Die Operateurin oder der Operateur entnimmt Fettgewebe an Bauch, Flanken, Rücken oder Oberschenkeln, bereitet es auf und bringt es in das Unterhautfettgewebe des Gesäßes ein. Entscheidend für die Sicherheit ist die Gewebeschicht: Fett, das in den Muskel oder unter den Muskel gelangt, kann über verletzte Venen in die Lunge geschwemmt werden.
| Verfahren | Eigenfetttransfer (Übertragung von körpereigenem Fettgewebe) an das Gesäß Fachbegriff: gluteales Lipofilling |
| Narkose | In der Regel Vollnarkose; die Entscheidung trifft die Anästhesistin oder der Anästhesist nach der Voruntersuchung |
| Spenderregionen | Bauch, Flanken, Rücken, Oberschenkel — je nach Befund |
| Empfohlene Injektionsebene | ausschließlich subkutan, oberhalb der Muskelfaszie |
| Aufenthalt und Arbeitsfähigkeit | individuell verschieden; die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt legt beides fest |
| Ergebnis beurteilbar | erst, wenn Schwellung und Bluterguss abgeklungen sind und das Transplantat eingeheilt ist |
| Kostenträger | bei rein ästhetischer Indikation Eigenleistung |
Was ist ein Brazilian Butt Lift?
Ein Brazilian Butt Lift überträgt körpereigenes Fettgewebe von einer Körperregion an das Gesäß. Fachlich heißt das Verfahren autologer Fetttransfer oder gluteales Lipofilling. Es besteht aus drei Schritten: Das Fett wird entnommen, aufbereitet und eingebracht. Fremdmaterial kommt dabei nicht zum Einsatz.
Gewonnen wird das Transplantat durch eine Fettabsaugung (Liposuktion). Auf dieser Seite geht es ausschließlich darum, was mit dem entnommenen Fett geschieht. Grundlagen, Mengengrenzen, geeignete Körperregionen und die Frage der Kostenübernahme beim Lipödem beschreibt die Seite zur Fettabsaugung. Ob dabei ein ultraschallgestütztes Gerät wie VASER verwendet wird, ist eine Frage der Absaugtechnik; der Methodenvergleich steht auf der Seite zur VASER-Liposuktion.
Der Eingriff verändert die Form des Gesäßes und häufig auch die Kontur der Spenderregion, weil dort Fettgewebe fehlt. Beides zusammen ergibt das sichtbare Bild. Wie stark sich die Form ändern lässt, hängt vom Befund ab und nicht vom Wunsch nach einem bestimmten Verfahren.
Brazilian Butt Lift und Po-Straffung sind nicht dasselbe
Im deutschsprachigen Netz werden zwei ganz verschiedene Operationen unter einem Namen geführt. Das ist kein sprachliches Detail, sondern ein medizinischer Unterschied mit eigener Indikation, eigener Schnittführung und eigenen Risiken.
Wer eine erschlaffte Haut am Gesäß hat, wird durch einen Eigenfetttransfer nicht gestrafft — unter Umständen wirkt die Haut sogar stärker gedehnt. Ein ausgeprägter Hautüberschuss am Rumpf ist ein eigenes chirurgisches Thema und gehört auf die Seite zur Bauchdeckenstraffung. Welcher Befund bei Ihnen vorliegt, klärt die Untersuchung.
Voraussetzungen: Wie viel Spenderfett brauchen Sie?
Die erste Voraussetzung ist banal und wird trotzdem oft übersehen: Es muss Fettgewebe zum Entnehmen da sein. Ohne ausreichendes Spendervolumen lässt sich das Verfahren nicht durchführen, denn Eigenfett kann weder ersetzt noch gestreckt werden. Sehr schlanke Menschen kommen deshalb häufig nicht infrage.
Ausreichendes Spenderfett
Bauch, Flanken, Rücken und Oberschenkel sind die üblichen Entnahmestellen. Wie viel sich dort gewinnen lässt, beurteilt die Ärztin oder der Arzt bei der Untersuchung.
Stabiles Körpergewicht
Übertragenes Fettgewebe verhält sich wie das übrige: Es nimmt bei Gewichtszunahme zu und bei Abnahme ab. Empfohlen wird ein über mehrere Monate stabiles Gewicht.
Gesunde Haut an beiden Regionen
Aktive Entzündungen, offene Wunden oder ausgeprägte Narben an der Empfängerregion sprechen gegen den Eingriff oder verschieben ihn.
Realistische Erwartung
Ein Teil des Fettes wird abgebaut. Wer ein sofort feststehendes, unveränderliches Volumen erwartet, wird mit diesem Verfahren nicht zufrieden sein.
Bitte beachten Sie: Rauchen, gerinnungshemmende Medikamente und ein schwankendes Körpergewicht beeinflussen sowohl die Wundheilung an der Spenderregion als auch das Einwachsen des Transplantats. Sprechen Sie diese Punkte von sich aus an, bevor ein Termin vereinbart wird.
Die drei Schritte: Fettgewinnung, Aufbereitung, Injektion
Der Eingriff besteht aus drei klar getrennten Arbeitsschritten. Jeder hat ein eigenes Ziel und eigene Fehlerquellen. Der dritte Schritt entscheidet über die Sicherheit.
Zur Aufbereitung. Drei Verfahren sind gebräuchlich. Sie verfolgen dasselbe Ziel und unterscheiden sich im Aufwand. Eine belastbare Aussage, welches Verfahren zu einer höheren Einheilungsrate führt, gibt die Studienlage nicht her.
Lassen Sie sich sagen, welches Verfahren geplant ist und warum. Eine begründete Antwort ist ein gutes Zeichen. Eine Antwort, die ein bestimmtes Gerät als überlegen darstellt, ohne die Datenlage zu erwähnen, ist keine.
Sicherheit: In welche Schicht das Fett eingebracht wird
Die Gesäßaugmentation mit Eigenfett gilt in der Fachwelt als der Eingriff mit dem höchsten Risiko in der ästhetischen Chirurgie. Der Grund dafür ist anatomisch und lässt sich in einem Satz sagen: Im Gesäßmuskel und unter ihm verlaufen große Venen.
Der Mechanismus. Wird Fett in den Muskel oder unter den Muskel eingebracht und dabei eine Vene verletzt, kann Fettgewebe in die Blutbahn gelangen. Über das rechte Herz erreicht es die Lungengefäße. Diese Lungenfettembolie (Verschluss von Lungengefäßen durch Fettgewebe) ist selten, kann aber lebensbedrohlich verlaufen. Sie ist der Grund, weshalb dieser Eingriff seit Jahren intensiver diskutiert wird als die meisten anderen ästhetischen Operationen.
Was die Fachgesellschaften empfehlen. Mehrere internationale Fachgesellschaften haben sich in gemeinsamen Stellungnahmen festgelegt, darunter ASPS, The Aesthetic Society, ISAPS, IFATS und ISPRES. Fett soll ausschließlich subkutan eingebracht werden, also in das Fettgewebe oberhalb der Muskelfaszie. Eine intramuskuläre oder submuskuläre Injektion gilt nach diesen Stellungnahmen nicht mehr als vertretbar.
Nachdem sich diese Empfehlung durchgesetzt hatte, ordnete die britische Fachgesellschaft BAAPS das Risiko der rein subkutanen Technik im Jahr 2022 in der Größenordnung einer Bauchdeckenstraffung ein. Das relativiert das Risiko nicht, sondern verschiebt die Frage: Entscheidend ist nicht das Verfahren an sich, sondern seine Ausführung.
Kanüle und Kanülenführung. Empfohlen werden stumpfe Kanülen mit großem Durchmesser statt dünner, scharfer Instrumente. Die Kanüle soll parallel zur Hautoberfläche geführt und nicht nach unten in die Tiefe gerichtet werden. Eingebracht wird nur bei bewegter Kanüle. Ergänzend empfehlen die Fachgesellschaften, die Zahl solcher Eingriffe pro Operationstag zu begrenzen.
Ultraschallgestützte Injektion. Mit Ultraschall lässt sich die Lage der Kanüle während der Injektion in Echtzeit darstellen. Mehrere Fachgesellschaften unterstützen dieses Vorgehen; im US-Bundesstaat Florida ist es seit 2023 gesetzlich vorgeschrieben. In Deutschland und in der Türkei besteht keine entsprechende Pflicht. Die vorliegenden Untersuchungen sind retrospektiv oder als Fallserien angelegt; randomisierte Studien fehlen. Das spricht nicht gegen die Methode, aber gegen jede Überhöhung ihres Nutzens.
Hinweis: Eine eigene Leitlinie der AWMF zu diesem Eingriff gibt es nicht. Die Leitlinie „Autologe Fetttransplantation“ (AWMF 009-017) befindet sich in Überarbeitung. Die hier wiedergegebenen Empfehlungen stammen aus den gemeinsamen Stellungnahmen internationaler Fachgesellschaften; die Quellen sind unten aufgeführt.
Die deutschen Fachgesellschaften DGPRÄC und DGÄPC haben sich mehrfach zu diesem Eingriff geäußert. Anlass war unter anderem ein Strafverfahren vor dem Landgericht Düsseldorf; dort war ein Arzt ohne Facharztbezeichnung für Plastische Chirurgie angeklagt. Der Bundesgerichtshof bestätigte die Verurteilung am 2. November 2022. Daraus folgt für Sie ein sehr konkretes Auswahlkriterium: Fragen Sie nach der Facharztbezeichnung der Person, die operiert.
Fünf Fragen zur Injektionstechnik, die Sie stellen sollten
Die folgenden fünf Fragen betreffen genau die Punkte, an denen sich bei diesem Eingriff die Sicherheit entscheidet. Sie sind kurz, sie sind prüfbar, und sie lassen sich schriftlich beantworten. Bestehen Sie auf der Textform.
- 1„In welcher Schicht wird das Fett injiziert?“
- 2„Wird die Injektion ultraschallgestützt kontrolliert?“
- 3„Welche Kanüle wird verwendet?“
- 4„Wie viele Eingriffe dieser Art führt die Ärztin oder der Arzt durch?“
- 5„Wie ist die Überwachung unmittelbar nach dem Eingriff organisiert?“
Eine Operateurin oder ein Operateur, die oder der diese Fragen nicht beantworten will, ist für diesen Eingriff nicht die richtige Wahl — unabhängig davon, in welchem Land operiert wird. Das gilt auch dann, wenn alles andere stimmig wirkt.
Wann Sie ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen sollten
Die ersten Stunden und Tage nach dem Eingriff sind der Zeitraum, in dem eine Fettembolie auftreten kann. Die folgenden Beschwerden gehören unverzüglich ärztlich abgeklärt. Sie können harmlose Ursachen haben; das zu beurteilen ist nicht Ihre Aufgabe.
Wann Sie ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen sollten
Bei folgenden Beschwerden sollte unverzüglich ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden:
- ●plötzliche Atemnot
- ●Brustschmerz
- ●Husten oder Bluthusten
- ●Herzrasen
- ●Verwirrtheit oder Unruhe
- ●Kreislaufkollaps
- ●Fieber über 38,5 °C
- ●plötzliche einseitige Beinschwellung
- ●starke Nachblutung oder zunehmende Schwellung
- ●zunehmende Rötung, Überwärmung oder übelriechendes Sekret an einer Wunde
Wählen Sie in diesen Fällen den Notruf 112 oder suchen Sie die nächste Notaufnahme auf. Außerhalb der Sprechzeiten Ihrer Praxis erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117.
Nennen Sie beim Notruf und in der Notaufnahme, dass bei Ihnen ein Eigenfetttransfer am Gesäß durchgeführt wurde, und geben Sie den Zeitpunkt an. Diese Angabe verändert die Verdachtsdiagnose und damit die Untersuchung. Halten Sie Ihren Operationsbericht bereit.
Ablauf der Behandlung
Anfrage und Sichtung der Unterlagen
Ihre Angaben und Unterlagen werden gesichtet und an die Partnerklinik weitergeleitet. Das ersetzt keine Untersuchung und keine Diagnose.
Untersuchung und Aufklärungsgespräch vor Ort
Erst hier entscheidet die Ärztin oder der Arzt, ob der Eingriff infrage kommt. Geprüft werden unter anderem das Spendervolumen, die Hautbeschaffenheit und Ihre Vorerkrankungen.
Markierung und Planung
Spender- und Empfängerregion werden im Stehen angezeichnet. Dabei wird auch besprochen, welche Ebene für die Injektion vorgesehen ist.
Eingriff
Fettgewinnung, Aufbereitung und Injektion erfolgen in einer Sitzung. Die Dauer richtet sich nach dem Befund.
Überwachung nach dem Eingriff
In den ersten Stunden wird der Kreislauf überwacht. Lassen Sie sich vorab erklären, wer diese Überwachung durchführt und wie lange sie dauert.
Kontrolle und Rückreise
Vor der Abreise erhalten Sie Operationsbericht, Anästhesieprotokoll, Medikamentenplan und Nachsorgeempfehlungen. Wann Sie fliegen dürfen, wird gesondert freigegeben.
Narkose und Schmerztherapie
Der Eingriff wird in der Regel in Vollnarkose durchgeführt, weil an zwei Regionen gleichzeitig gearbeitet wird und die Lagerung während der Injektion gewechselt wird. Welche Narkoseform infrage kommt, entscheidet die Anästhesistin oder der Anästhesist nach einem eigenen Vorgespräch. Herz-, Lungen- und Gerinnungserkrankungen sowie regelmäßig eingenommene Medikamente werden dabei erfasst.
Sprechen Sie frühere Narkosezwischenfälle, bekannte Unverträglichkeiten und Schlafapnoe von sich aus an. Für die Schmerzbehandlung nach dem Eingriff erhalten Sie einen schriftlichen Plan. Halten Sie sich daran, auch wenn die Beschwerden geringer sind als erwartet.
Wie viel vom eingebrachten Fett bleibt erhalten?
Nicht alles, was eingebracht wird, bleibt. Transplantiertes Fettgewebe muss an die Blutversorgung angeschlossen werden, um zu überleben. Ein Teil des übertragenen Fettes gelingt das nicht; der Körper baut es ab. Dieser Vorgang heißt Resorption.
Wie groß der Anteil ist, lässt sich nicht vorhersagen und unterscheidet sich von Mensch zu Mensch. Einfluss haben unter anderem die Technik, die Durchblutung der Empfängerregion, Rauchen, Druck auf das Transplantat in den ersten Wochen und Gewichtsschwankungen. Deshalb gehört die Möglichkeit eines zweiten Eingriffs von Anfang an in die Planung — nicht als Zugeständnis im Nachhinein.
Unmittelbar nach der Operation ist die Region geschwollen und wirkt voller, als sie bleiben wird. Eine belastbare Beurteilung ist erst möglich, wenn Schwellung und Bluterguss abgeklungen sind und sich das Transplantat stabilisiert hat. Wann dieser Zeitpunkt erreicht ist, sagt Ihnen die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt; der Verlauf ist individuell verschieden.
Klarstellung: Klären Sie vor der Zusage schriftlich, ob ein Zweiteingriff angeboten wird, wer die dafür anfallenden Kosten trägt und in welchem Zeitraum diese Zusage gilt. Eine mündliche Auskunft ist kein Nachweis.
Heilungsverlauf im Zeitraffer
Der zeitliche Ablauf ist bei diesem Eingriff ungewöhnlich stark vom Alltag abhängig, weil Sitzen eingeschränkt ist. Die folgende Übersicht beschreibt die übliche Reihenfolge, nicht Ihre persönliche Zeitplanung. Verbindlich sind allein die Vorgaben der behandelnden Ärztin oder des behandelnden Arztes.
Überwachung von Kreislauf und Atmung. Erste Mobilisierung im Zimmer, sobald sie freigegeben ist.
Schwellung und Bluterguss nehmen zu und wieder ab. Sitzen nur nach Vorgabe. Bewegungspausen beugen einer Thrombose vor.
Kompressionsmieder an der Spenderregion. Das Gesäß bleibt weitgehend druckfrei. Kontrolltermine nach Plan.
Die Schwellung geht weiter zurück. Sitzen wird schrittweise wieder freigegeben, häufig zunächst mit Sitzkissen.
Das Transplantat stabilisiert sich. Erst jetzt lässt sich die Form beurteilen und ein Zweiteingriff sinnvoll besprechen.
Sitzen, Liegen, Kompression: die Nachsorge
Die Nachsorge nach einem Brazilian Butt Lift unterscheidet sich deutlich von anderen ästhetischen Eingriffen. Der Grund ist einfach: Das eingebrachte Fettgewebe darf in den ersten Wochen nicht unter Druck geraten, damit es an die Blutversorgung anschließen kann. Sitzen erzeugt genau diesen Druck.
✓ Das sollten Sie beachten
- →Sitzen nur in dem Umfang, den die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt freigibt
- →Sitzkissen verwenden, wenn es verordnet ist — das Gewicht ruht dann auf den Oberschenkeln
- →auf dem Bauch oder auf der Seite schlafen
- →Kompressionsmieder an der Spenderregion tragen, solange es vorgegeben ist
- →regelmäßig kurz gehen, um einer Thrombose vorzubeugen
- →manuelle Lymphdrainage nur nach ärztlicher Verordnung
✗ Davon sollten Sie absehen
- →länger sitzen, als es freigegeben ist — auch nicht „nur kurz“ im Auto
- →auf dem Rücken schlafen, solange das untersagt ist
- →das Gesäß massieren oder mit Kompression umwickeln
- →Sauna, Solarium und Vollbad, bis die Wunden verschlossen sind
- →Sport und schweres Heben ohne ärztliche Freigabe
- →Nikotin — es wirkt unmittelbar auf die Durchblutung des Transplantats
Wie lange das Sitzen eingeschränkt bleibt, legt die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt fest. Es gibt keine allgemeingültige Frist, und Zeitangaben aus Foren übertragen sich nicht auf Ihren Befund. Fragen Sie nach einem schriftlichen Sitzprotokoll und lassen Sie sich sagen, ab wann und mit welchem Hilfsmittel Sie wieder sitzen dürfen.
Reise und Rückflug: Ein Flug bedeutet längeres Sitzen — genau das, was in den ersten Wochen vermieden werden soll. Bei einer Behandlung im Ausland muss der Rückflug deshalb gesondert geplant und ärztlich freigegeben werden. Planen Sie Puffer ein, klären Sie die Sitzposition und die Thromboseprophylaxe für die Reise und buchen Sie keinen festen Rückflugtermin, bevor der Zeitplan ärztlich abgestimmt ist.
Risiken und mögliche Komplikationen
Wie jede Operation kann auch dieser Eingriff Komplikationen nach sich ziehen. Die folgende Übersicht ist nicht abschließend und ersetzt nicht das Aufklärungsgespräch. Prozentangaben führen an dieser Stelle in die Irre, weil sie stark von Technik, Befund und Erhebungsmethode abhängen.
Lungenfettembolie
Das zentrale Risiko dieses Eingriffs. Fett gelangt über verletzte Venen in die Blutbahn und von dort in die Lunge. Es hängt unmittelbar an der Injektionsebene.
Infektion
Sowohl an der Spender- als auch an der Empfängerregion möglich. Zunehmende Rötung, Überwärmung, Fieber und übelriechendes Sekret gehören abgeklärt.
Fettnekrose und Ölzysten
Nicht eingewachsenes Fettgewebe kann absterben. Es entstehen Verhärtungen, Knoten oder flüssigkeitsgefüllte Hohlräume (Ölzysten), die tastbar bleiben.
Untervolumen durch Resorption
Das bleibende Volumen fällt geringer aus als erhofft. Das ist keine Komplikation im engeren Sinn, aber der häufigste Grund für Unzufriedenheit.
Asymmetrie und Konturunregelmäßigkeiten
Beide Seiten heilen nicht zwingend gleich ein. Auch an der Spenderregion können Dellen oder Stufen entstehen.
Serom und Hämatom
Ansammlungen von Wundflüssigkeit (Serom) oder Blutergüsse (Hämatom) treten vor allem an der Spenderregion auf und müssen mitunter punktiert werden.
Sensibilitätsstörungen
Taubheit oder verändertes Empfinden an Spender- und Empfängerregion. Meist vorübergehend, gelegentlich bleibend.
Thrombose
Blutgerinnsel in einer Vene, begünstigt durch Operationsdauer, Bewegungsmangel und Reisen. Die Vorbeugung richtet sich nach der S3-Leitlinie zur Thromboembolie-Prophylaxe.
Wundheilungsstörung und Narben
An den Einstichstellen bleiben kleine Narben zurück. Sie reifen über Monate nach; wie auffällig sie bleiben, ist individuell.
Ein Hinweis zur Einordnung: Die Diskussion um diesen Eingriff hat in den vergangenen Jahren die Technik verändert. Die Empfehlung, ausschließlich subkutan zu injizieren, ist das Ergebnis dieser Diskussion. Ein Risiko bleibt der Eingriff gleichwohl, und wie hoch es ausfällt, hängt unmittelbar davon ab, wie er technisch ausgeführt wird.
Eigenfett oder Gesäßimplantate?
Neben dem Eigenfetttransfer gibt es Gesäßimplantate aus Silikon. Das ist ein eigener Eingriff mit eigener Technik. Die folgende Übersicht zeigt nur die Unterschiede, die für die Entscheidung zählen.
Welches Verfahren infrage kommt, entscheidet der Befund und nicht die Vorliebe für eine Methode. Wer kaum Spenderfett hat, kommt für den Eigenfetttransfer nicht infrage; wer eine Fremdkörperimplantation ablehnt, kommt für Implantate nicht infrage. Beides gehört in das Aufklärungsgespräch.
Für wen der Eingriff nicht infrage kommt
Es gibt Konstellationen, in denen von diesem Eingriff abgeraten wird oder in denen er verschoben werden muss. Die folgende Liste ist nicht abschließend; die Beurteilung erfolgt immer im Einzelfall.
Sehr geringer Körperfettanteil
Ohne ausreichendes Spendervolumen lässt sich das Verfahren nicht durchführen.
Instabiles Körpergewicht
Wer aktuell ab- oder zunimmt, sollte zunächst ein stabiles Gewicht erreichen.
Rauchen
Nikotin verschlechtert die Durchblutung und damit das Einwachsen des Transplantats. Eine Rauchpause wird vorausgesetzt; die Dauer legt die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt fest.
Gerinnungsstörung oder Antikoagulation
Blutgerinnungsstörungen und gerinnungshemmende Medikamente müssen vorab internistisch beurteilt werden.
Schwere Begleiterkrankungen
Relevante Herz-, Lungen- oder Stoffwechselerkrankungen sprechen gegen einen elektiven Eingriff in Vollnarkose.
Aktive Infektion
Eine bestehende Infektion — auch an anderer Stelle — verschiebt den Termin.
Schwangerschaft und Stillzeit
In dieser Zeit wird kein elektiver ästhetischer Eingriff durchgeführt.
Unrealistische Erwartungen
Wer ein sofort feststehendes, unveränderliches Volumen erwartet, wird mit diesem Verfahren nicht zufrieden sein.
Körperdysmorphe Störung
Manche Menschen nehmen ihr Aussehen langfristig anders wahr, als andere es tun, und leiden erheblich darunter. Eine Operation lindert das in der Regel nicht. Wenn Sie das bei sich vermuten, sprechen Sie es an — es ist eine behandelbare Erkrankung und kein Vorwurf.
Interaktives Informationswerkzeug
Das folgende Werkzeug zeigt einen schematischen Querschnitt der Gesäßregion. Der Schieberegler führt die Kanülenspitze vom Unterhautfettgewebe über die Muskelfaszie bis in den Muskel und macht sichtbar, warum die Fachgesellschaften ausschließlich die subkutane Ebene empfehlen. Es stellt keine Diagnose und speichert keine Daten.
Anatomische Grundlagen
Die folgende Abbildung zeigt die beteiligten Strukturen schematisch. Sie dient allein dem anatomischen Verständnis und bildet keine Person ab.
Schematische Darstellung der Gesäßregion
Haut, subkutanes Fettgewebe, Muskelfaszie, Musculus gluteus maximus sowie die Venen im und unter dem Muskel.
Schematische Darstellung. Keine Patientenaufnahmen. Individuelle Befunde und Verläufe unterscheiden sich.
Häufige Irrtümer und was tatsächlich gilt
Rund um diesen Eingriff halten sich einige Annahmen hartnäckig. Die folgenden sechs ordnet dieser Abschnitt ein.
✗ Irrtum: Ein Brazilian Butt Lift strafft das Gesäß.
✓ Tatsächlich gilt: Er fügt Volumen hinzu. Erschlaffte Haut wird dadurch nicht gestrafft. Dafür ist die Po-Straffung ein eigener Eingriff.
✗ Irrtum: Das eingebrachte Fett bleibt vollständig erhalten.
✓ Tatsächlich gilt: Ein Teil wird vom Körper abgebaut. Wie viel erhalten bleibt, lässt sich vorab nicht sagen.
✗ Irrtum: Je mehr Fett eingebracht wird, desto schöner das Ergebnis.
✓ Tatsächlich gilt: Zu viel Volumen in einer Sitzung erhöht den Druck im Gewebe und verschlechtert das Einwachsen. Die Menge richtet sich nach dem Befund.
✗ Irrtum: Das Verfahren ist ungefährlich, weil kein Fremdmaterial verwendet wird.
✓ Tatsächlich gilt: Körpereigenes Material bedeutet nicht risikoarm. Das zentrale Risiko entsteht nicht durch das Material, sondern durch die Injektionsebene.
✗ Irrtum: Ein Brazilian Butt Lift ist in Deutschland verboten.
✓ Tatsächlich gilt: Er ist nicht verboten. Mehrere Fachgesellschaften raten jedoch zur Zurückhaltung und verweisen auf die Bedeutung der Technik und der Qualifikation.
✗ Irrtum: Die Entnahme an der Spenderregion ist nur ein Nebeneffekt.
✓ Tatsächlich gilt: Sie ist ein eigener operativer Eingriff mit eigenen Risiken und eigener Nachsorge.
Fachbegriffe kurz erklärt
Brazilian Butt Lift in der Türkei: Ablauf und Rahmenbedingungen
Wer sich für eine Behandlung im Ausland interessiert, braucht vor allem nachvollziehbare Abläufe. Der folgende Abschnitt beschreibt deshalb, wie eine Behandlung in der Türkei organisiert ist, wer welche Entscheidung trifft und welche Punkte Sie vor einer Zusage schriftlich festhalten sollten. Er bewertet weder Kliniken noch Länder.
Qualitätssicherung und Zulassung
Die Partnerkliniken brauchen eine Betriebserlaubnis des türkischen Gesundheitsministeriums und zusätzlich eine gesonderte Zulassung für den internationalen Gesundheitstourismus. Lassen Sie sich vor der Zusage schriftlich bestätigen, welche Klinik Sie behandelt und welche Fachärztin oder welcher Facharzt den Eingriff durchführt — einschließlich der Facharztbezeichnung.
Sprache und Kommunikation
Die Koordination läuft auf Deutsch. Beim Aufklärungsgespräch in der Klinik übersetzt eine Dolmetscherin oder ein Dolmetscher. Bestehen Sie darauf, die Einwilligungserklärung in einer Sprache zu erhalten, die Sie sicher verstehen, und unterschreiben Sie erst, wenn alle Ihre Fragen beantwortet sind.
Ablauf von der Anfrage bis zur Rückreise
Am Anfang steht eine Sichtung Ihrer Unterlagen aus der Ferne. Sie ersetzt keine Untersuchung: Ob und wie behandelt wird, entscheidet die Ärztin oder der Arzt erst nach der persönlichen Untersuchung vor Ort — auch dann, wenn das den bereits geplanten Zeitplan ändert. Clinic Mono stimmt Termine, Transfer, Unterkunft und Übersetzung darauf ab.
Nachsorge nach der Rückkehr nach Deutschland
Nach der Rückreise leiten wir Ihre Fragen und Unterlagen an die Partnerklinik weiter. Eine Beurteilung aus der Ferne ersetzt jedoch keine Untersuchung. Treten nach der Rückkehr Beschwerden auf — etwa eine Wundinfektion, eine Nachblutung oder ein Heilungsverlauf, der vom Erwarteten abweicht —, muss die Erstversorgung in Deutschland erfolgen, in der Regel durch Ihre Hausarztpraxis, eine Facharztpraxis oder die Notaufnahme. Klären Sie deshalb vor der Behandlung schriftlich, wer eine etwaige Korrektur durchführt, wer die dabei anfallenden Kosten trägt und in welchem Zeitraum diese Zusage gilt.
Medizinische Dokumentation
Sie erhalten Operationsbericht, Befunde, Medikamentenplan und Nachsorgeempfehlungen auf Deutsch oder Englisch, damit weiterbehandelnde Ärztinnen und Ärzte in Deutschland ohne Rückfragen anknüpfen können. Fordern Sie diese Unterlagen ausdrücklich vor der Abreise an und prüfen Sie, ob Diagnose, verwendetes Material und Medikation vollständig aufgeführt sind.
Anreise und Aufenthalt
Flug, Transfer und Unterkunft richten sich nach dem ärztlich vorgegebenen Zeitplan und nicht umgekehrt. Wie lange Sie zwischen Eingriff und Rückflug bleiben, legt die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt fest; wann Sie fliegen dürfen, wird gesondert freigegeben. Reisen Sie nach Möglichkeit in Begleitung und planen Sie Puffer für den Fall ein, dass sich der Termin verschiebt.
Haftung und Rechtsweg
Der Behandlungsvertrag kommt zwischen Ihnen und der Partnerklinik zustande. Für Behandlungsfehler haftet nach türkischem Recht die Klinik beziehungsweise die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt; ein Verfahren wäre in der Regel in der Türkei zu führen. Lassen Sie sich vor der Zusage schriftlich bestätigen, welche Haftpflichtversicherung besteht, an wen Sie sich im Streitfall wenden und in welcher Sprache die Korrespondenz erfolgt. Prüfen Sie außerdem, ob Ihre private Auslands- oder Reiseversicherung Komplikationen nach einem geplanten Eingriff abdeckt — viele Policen schließen genau diesen Fall aus.
Hinweis: Prüfen Sie vor der Zusage, ob Sie zu jedem der sieben Punkte eine konkrete, schriftliche Antwort haben. Bleibt einer davon offen, sollten Sie nachfragen, bevor Sie Termine buchen oder Anzahlungen leisten.
Vier Punkte, die bei diesem Eingriff besonders zählen. Die folgenden Fragen sind nicht allgemeiner Natur. Sie ergeben sich unmittelbar aus der Technik und aus dem zeitlichen Verlauf eines Eigenfetttransfers am Gesäß.
Injektionstechnik vorab schriftlich
Lassen Sie sich vor der Zusage bestätigen, in welcher Gewebeschicht injiziert wird, welche Kanüle verwendet wird und ob die Lage der Kanüle mit Ultraschall kontrolliert wird. Diese Angaben gehören in den Operationsbericht, nicht nur in ein Vorgespräch.
Überwachung in den ersten Stunden
Eine Fettembolie tritt, wenn überhaupt, in den ersten Stunden auf — und in dieser Zeit sind Sie noch vor Ort. Fragen Sie konkret: Wer überwacht Kreislauf und Atmung, über welchen Zeitraum, und welche Intensivkapazität steht im Haus zur Verfügung?
Sitzverbot und Rückflug
Ein Flug bedeutet längeres Sitzen. Der Rückflug muss deshalb ärztlich freigegeben und gesondert geplant werden, einschließlich Sitzposition, Hilfsmittel und Thromboseprophylaxe. Buchen Sie flexibel und planen Sie Puffer ein.
Unterlagen vor der Abreise
Operationsbericht, Anästhesieprotokoll, Entlassungsbrief, Medikamentenplan und Nachsorgeempfehlungen auf Deutsch oder Englisch. Das Einsichtsrecht nach § 630g BGB gilt für Behandlungsverträge nach deutschem Recht; gegenüber einer türkischen Klinik lässt es sich nicht durchsetzen. Fordern Sie die Unterlagen deshalb vor dem Rückflug an.
Was gilt, wenn in Deutschland Beschwerden auftreten? In einer Notfallsituation wird Ihnen geholfen; das ist ärztliche Pflicht. Für eine geplante Korrektur gilt das nicht: Niedergelassene Ärztinnen und Ärzte sind nicht verpflichtet, die Nachbehandlung nach einem Eingriff im Ausland zu übernehmen, und einige lehnen dies ab. Die Verbraucherzentralen und das Europäische Verbraucherzentrum weisen darauf hin, dass die Nachsorge dann erneut im Ausland stattfinden muss, wenn sie in Deutschland nicht angeboten wird.
Hinzu kommt eine Regelung, die in Beratungsangeboten fast nie genannt wird. Nach § 52 Abs. 2 SGB V hat die Krankenkasse Versicherte an den Behandlungskosten zu beteiligen, wenn sie sich durch eine medizinisch nicht indizierte ästhetische Operation eine Krankheit zugezogen haben; außerdem kann sie das Krankengeld versagen oder zurückfordern. Das Gesetz räumt der Kasse insoweit kein Ermessen ein, und es unterscheidet nicht nach dem Land, in dem operiert wurde. Behandelt werden Sie trotzdem — die Folgen betreffen die Kosten, nicht die Versorgung.
Hinweis: Gerichtsstand ist nach Auskunft der Verbraucherzentrale grundsätzlich der Ort der Operation; deutsches Recht gilt nicht automatisch. Die Rechte von Patientinnen und Patienten bei ästhetischen Operationen sind europaweit nicht einheitlich geregelt, und Anbieter mit Sitz außerhalb der EU unterliegen in der Regel nicht dem europäischen Pauschalreiserecht. Clinic Mono vermittelt und koordiniert; Beratung zu Rechts- und Versicherungsfragen leisten wir nicht.
Kostenübernahme durch die Krankenkasse
Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) zahlt nach § 27 SGB V für Leistungen, die notwendig sind, um eine Krankheit zu erkennen, zu heilen, ihre Verschlimmerung zu verhindern oder Beschwerden zu lindern. Ein Eingriff, der allein das Aussehen verändern soll, erfüllt diese Voraussetzung nicht. Entscheidend ist dabei nicht die Bezeichnung des Verfahrens, sondern der ärztlich festgestellte Befund: Bereitet ein Befund körperliche Beschwerden — etwa wiederkehrende Hautentzündungen oder eine funktionelle Einschränkung —, kann die Bewertung anders ausfallen. Das prüft die Kasse im Einzelfall, in der Regel unter Einbeziehung des Medizinischen Dienstes.
Warum § 13 Abs. 4 SGB V hier nicht greift
Diese Vorschrift erlaubt die Kostenerstattung nur für Leistungen in einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union, in einem Vertragsstaat des Europäischen Wirtschaftsraums oder in der Schweiz. Die Türkei gehört keinem dieser Räume an. Auch die europäische Patientenmobilitäts-Richtlinie 2011/24/EU richtet sich ausdrücklich nur an die Mitgliedstaaten.
§ 18 SGB V gilt nur ausnahmsweise
Für Behandlungen außerhalb der EU und des EWR kann die Kasse die Kosten übernehmen, wenn eine dem allgemein anerkannten Stand der medizinischen Erkenntnisse entsprechende Behandlung nur dort möglich ist. Das ist eine Ermessensentscheidung, kein Anspruch — und bei einem ästhetischen Eingriff praktisch nie erfüllt.
Das deutsch-türkische Sozialversicherungsabkommen hilft nicht
Es erfasst Leistungen, die während eines Aufenthalts unvorhergesehen und sofort notwendig werden. Eine Reise, die gerade zum Zweck der Behandlung angetreten wird, fällt nicht darunter. Ein Gegenstück zum europäischen Vordruck S2, mit dem sich eine geplante Auslandsbehandlung vorab genehmigen ließe, gibt es im Verhältnis zur Türkei nicht.
§ 52 Abs. 2 SGB V — der wichtigste Punkt
Kommt es nach einer medizinisch nicht indizierten ästhetischen Operation zu einer Erkrankung, muss die Krankenkasse Sie in angemessener Höhe an den Behandlungskosten beteiligen und das Krankengeld ganz oder teilweise versagen oder zurückfordern. Das Gesetz räumt der Kasse insoweit kein Ermessen ein. Das Bundessozialgericht hat diese Regelung 2019 bestätigt und eine Beteiligung in Höhe von 50 Prozent der Klinikkosten nicht beanstandet (BSG, Urt. v. 27.08.2019 — B 1 KR 37/18 R). Der Wortlaut enthält keine Einschränkung auf Eingriffe im Inland. Rechnen Sie diesen Punkt in Ihre Planung ein.
Private Krankenversicherung
Versichert ist nach § 192 Abs. 1 VVG die medizinisch notwendige Heilbehandlung wegen Krankheit oder Unfallfolgen. Ein Eingriff ohne medizinische Indikation ist schon kein Versicherungsfall. Ob spätere Komplikationen gedeckt sind, richtet sich nach Ihrem Tarif; viele Bedingungen begrenzen den Schutz zudem auf Europa. Lassen Sie sich die Auskunft Ihres Versicherers in Textform geben.
Was Sie konkret tun sollten
Kalkulieren Sie die Behandlung als vollständige Eigenleistung und legen Sie zusätzlich eine Rücklage für mögliche Nachbehandlungen in Deutschland an. Klären Sie vor der Zusage schriftlich, wer eine etwaige Korrektur durchführt, wer die dabei anfallenden Kosten trägt und wie lange diese Zusage gilt. Beratung bieten die Unabhängige Patientenberatung Deutschland und die Verbraucherzentralen.
Hinweis: Die Angaben auf dieser Seite geben den allgemeinen Rechtsrahmen wieder und ersetzen keine verbindliche Auskunft. Ob und in welchem Umfang Kosten übernommen werden, entscheidet in jedem Fall Ihre eigene Kranken- oder Pflegekasse beziehungsweise Ihr privater Versicherer. Fragen Sie dort vor der Behandlung nach und lassen Sie sich die Antwort in Textform geben. Bitte beachten Sie: Wir sind weder Kostenträger noch zur Rechts- oder Versicherungsberatung befugt.
Was den Aufwand bei diesem Eingriff bestimmt
Preise nennen wir auf dieser Seite nicht. Was den Aufwand bestimmt, lässt sich dagegen benennen — und genau diese Punkte gehören in eine schriftliche Aufstellung, bevor Sie sich entscheiden.
Lassen Sie sich eine Aufstellung in Textform geben, aus der hervorgeht, welche Leistungen enthalten sind und welche nicht. Über die voraussichtlichen Kosten informieren wir Sie vor Behandlungsbeginn in Textform; maßgeblich ist die Vereinbarung mit der Partnerklinik. Legen Sie zusätzlich eine Rücklage für mögliche Nachbehandlungen in Deutschland an.
Fragen, die Sie im Aufklärungsgespräch stellen sollten
Wer klärt Sie auf — und wann? Die ärztliche Aufklärung ist keine Formalie, sondern die Voraussetzung dafür, dass Ihre Einwilligung überhaupt wirksam ist (§ 630d, § 630e BGB). Sie muss mündlich und durch die Ärztin oder den Arzt erfolgen, die oder der den Eingriff durchführt oder über die dafür nötige Ausbildung verfügt; ein Merkblatt oder eine Internetseite kann das Gespräch nur ergänzen, nicht ersetzen. Sie muss außerdem so rechtzeitig stattfinden, dass Sie Ihre Entscheidung in Ruhe überdenken können — nicht erst am Operationstag. Und sie muss für Sie verständlich sein: Bestehen Sie darauf, dass eine Dolmetscherin oder ein Dolmetscher übersetzt und dass Sie die Einwilligungserklärung in einer Sprache erhalten, die Sie sicher beherrschen. Unterschreiben Sie erst, wenn jede Ihrer Fragen beantwortet ist. Sie haben Anspruch auf Abschriften aller Unterlagen, die Sie unterschrieben haben (§ 630e Abs. 2 Satz 2 BGB).
- 1Welche Facharztbezeichnung führen Sie, und wer führt den Eingriff von Anfang bis Ende selbst durch?
- 2In welche Gewebeschicht wird das Fett eingebracht, und wie stellen Sie das sicher?
- 3Welchen Durchmesser hat die verwendete Kanüle, und ist sie stumpf?
- 4Wird die Lage der Kanüle während der Injektion mit Ultraschall kontrolliert?
- 5Wie viele Eingriffe dieser Art sind an meinem Operationstag geplant?
- 6Welches Aufbereitungsverfahren verwenden Sie, und warum dieses?
- 7Wie ist die Überwachung in den ersten Stunden nach dem Eingriff organisiert?
- 8Welche Thromboseprophylaxe ist vorgesehen, auch für den Rückflug?
- 9Ab wann darf ich wieder sitzen, und mit welchem Hilfsmittel?
- 10Wer übernimmt einen etwaigen Zweiteingriff, wer trägt die Kosten und wie lange gilt diese Zusage?
- 11Welche Unterlagen erhalte ich vor der Abreise, und in welcher Sprache?
Häufig gestellte Fragen
Warum Clinic Mono?
Unsere Rolle: Clinic Mono ist keine medizinische Einrichtung und erbringt keine medizinischen Leistungen. Im Rahmen des internationalen Gesundheitstourismus übernimmt Clinic Mono ausschließlich die Vermittlung und Koordination. Untersuchung, Diagnose, Behandlungsentscheidung und sämtliche medizinischen Maßnahmen erfolgen durch die vom türkischen Gesundheitsministerium zugelassenen Partnerkliniken und die dort tätigen Fachärzte in eigener fachlicher Verantwortung. Zwischen Ihnen und der Partnerklinik kommt ein eigener Behandlungsvertrag zustande; Clinic Mono ist daran nicht als Behandelnder beteiligt. Die nachfolgenden Punkte beschreiben die Standards von Clinic Mono in Bezug auf Koordination, Information und Betreuung.
Medizinischer Haftungsausschluss: Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information. Er stellt weder eine Diagnose noch eine Behandlungsempfehlung dar und ersetzt weder die Untersuchung durch eine Ärztin oder einen Arzt noch die ärztliche Aufklärung nach § 630e BGB. Eine wirksame Einwilligung setzt ein persönliches, mündliches Aufklärungsgespräch mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt voraus, das so rechtzeitig vor dem Eingriff stattfinden muss, dass Ihnen eine angemessene Bedenkzeit verbleibt. Ob ein Verfahren für Sie infrage kommt, lässt sich erst nach einer persönlichen Untersuchung und der Auswertung Ihrer Befunde beurteilen; die Entscheidung darüber trifft die behandelnde Fachärztin oder der behandelnde Facharzt der Partnerklinik. Über die voraussichtlichen Kosten informieren wir Sie vor Behandlungsbeginn in Textform (§ 630c Abs. 3 BGB); eine Kostenübernahme durch die gesetzliche oder private Krankenversicherung ist bei ästhetischen Eingriffen regelmäßig nicht gesichert. Bei akuten oder sich rasch verschlechternden Beschwerden wenden Sie sich bitte unverzüglich an den Rettungsdienst unter 112 oder an die nächstgelegene Notaufnahme; außerhalb der Sprechzeiten erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117.
Quellen und weiterführende Fachinformationen
Die folgenden Quellen liegen dieser Seite zugrunde. Abrufdatum jeweils 11.09.2026.
- American Society of Plastic Surgeons: Gluteal Fat Grafting Advisories. plasticsurgery.org
- The Aesthetic Society: Gluteal Fat Grafting Safety Advisory. theaestheticsociety.org
- Multi-Society Gluteal Fat Grafting Task Force: Practice Advisory on Gluteal Fat Grafting. Aesthetic Surgery Journal. PubMed 35404456
- British Association of Aesthetic Plastic Surgeons (BAAPS): Gluteal Fat Grafting Safety Review. Aesthetic Surgery Journal 2023;43(6):675. academic.oup.com
- Ultraschallgestützte Injektionskontrolle — Fallserie. Aesthetic Surgery Journal 2024;44(4):NP263. academic.oup.com
- Systematische Übersicht und Metaanalyse zur ultraschallgestützten Technik. Aesthetic Surgery Journal. doi:10.1093/asj/sjaf059
- Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC): Pressemitteilungen zur Gesäßvergrößerung. dgpraec.de
- Deutsche Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC): Stellungnahme zum Urteil des Landgerichts Düsseldorf sowie Checkliste Auslandsoperation. dgaepc.de (PDF)
- AWMF: Leitlinie „Autologe Fetttransplantation“ (Registernummer 009-017), derzeit in Überarbeitung. register.awmf.org
- AWMF S3-Leitlinie „Prophylaxe der venösen Thromboembolie“ (003-001). register.awmf.org
- § 52 Abs. 2 SGB V. gesetze-im-internet.de · § 630g BGB. gesetze-im-internet.de
- Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz: Hinweise zu ästhetischen Operationen im Ausland (20.08.2024). verbraucherzentrale-rlp.de
- Europäisches Verbraucherzentrum Deutschland: Kosmetische Behandlungen im Ausland. evz.de
Redaktionelle Verantwortung und Quellen
Clinic Mono ist ein Vermittler im internationalen Gesundheitstourismus mit Sitz in İzmir und selbst keine medizinische Einrichtung. Dieser Beitrag wurde redaktionell erstellt auf Grundlage der unten genannten Fachquellen aus dem Bereich Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie. Stand: September 2026. Der Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.
Quellen: ASPS und The Aesthetic Society, Gluteal Fat Grafting Advisories · Multi-Society Gluteal Fat Grafting Task Force, Practice Advisory (Aesthetic Surgery Journal) · BAAPS Safety Review (ASJ 2023) · DGPRÄC · DGÄPC · AWMF 009-017 (in Überarbeitung) · AWMF 003-001 · § 52 Abs. 2 SGB V · Verbraucherzentrale · EVZ Deutschland
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